AGA-Trauma-Komitee – Aktivitätsbericht 2019

AGA-Trauma-Komitee –Aktivitätsbericht 2019

Datum: 30.3.2020

Das AGA Trauma Komitee blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2019 zurück.

An der Jahrestagung der Norddeutschen Orthopäden- und Unfallchirurgenvereinigung (NOUV) vom 23.-25.05.2019 beteiligte sich das AGA Trauma Komitee durch eine wissenschaftliche Sitzung zu „Arthroskopische Frakturversorgung - Möglichkeiten und Grenzen“.

Beim 36. AGA Kongress in Mannheim wurde das neue, interaktive Sitzungsformat „DISCussion: 360°“ zum Thema „Stellenwert der Arthroskopie bei akuten Verletzungen und Frakturen“ gestaltet. Beide Sitzungen waren gut besucht und durch spannende Diskussionen gekennzeichnet.

Die prospektive Multicenterstudie zum Thema „Ligament Bracing bei der Akuttherapie von Knieluxationen“ wurde abgeschlossen und unter dem Titel „Acute knee dislocations: anatomic repair and ligament bracing as a new treatment option—results of a multicentre study“ im Journal Knee Surgery, Sports Traumatology, Arthroscopy im Januar 2019 publiziert.

Die retrospektive Multicenterstudie „Outcome nach postoperativer Infektion operativ behandelter Tibiakopffrakturen“ ist abgeschlossen. Es wurden 2110 Patienten in den sieben rekrutierenden Zentren eingeschlossen (6 GER, 1 SUI). Die statistische Auswertung ist inzwischen abgeschlossen und die Studie zur Publikation eingereicht.

Derzeit werden über das Trauma Komitee 3 weitere Multicenterstudien durchgeführt. Die Piloststudie „Arthroskopie zur Repositionskontrolle nach Osteosynthese von Malleolarfrakturen mit Beteiligung der posterolateralen oder -medialen Tibiagelenkfläche“ wurde 2018 gestartet. Die Zwischenauswertung zeigte intraartikuläre Begleitpathologien in über 80% der Fälle. Revisionsbedürftige Gelenkstufen zeigten sich in der arthroskopischen Repositionskontrolle nicht. Kurz vor dem Abschluss steht die Studie zum Thema „ Ligament Bracing bei kombinierten Verletzungen des hinteren Kreuzbandes“. Bisher wurden 31 Patienten eingeschlossen und ausgewertet. Die ersten Ergbnisse sind vielversprechend mit niedrigen Revisionsraten und angesichts der Komplexizität der Verletzung erfreulichem klinischen Outcome. Insbesondere posteromediale Verletzungskombinationen profitieren von diesem Behandlungsansatz.

Die Multicenterstudie zur Therapie proximaler Humerusfrakturen ist aktuell in der Datengewinnung. Es werden aktuell in 10 Zentren (Leipzig, Münster, Hamburg, Essen, Hannover, Berlin, Aarau, Karlsruhe, Murnau, Regensburg) alle operativ und konservativ behandelten Patienten erfasst. Ziel ist es anhand der gewonnen epidemiologischen Daten und Daten zum Verlauf (z.B. Häufigkeit Komplikationen beider Behandlungsoptionen) ein besseres Verständnis auch bei Randgruppen (Hochbetagt, viele Vorerkrankungen, hohes OP Risiko etc.) zu gewinnen. Die Rekrutierung ist in 2 Zentren abgeschlossen, hier werden aktuell die Daten auf Konsistenz geprüft. Der Abschluss der Rekrutierung in den restlichen Zentren ist bis zum 30.04.2020 vorgesehen.

Geplant ist eine weitere Studie zum Outcome nach operativer Versorgung bei akuter osteochondraler und chondraler Verletzung nach Patelalluxation. Das Ethikvotum ist noch ausstehend. Geplanter Start der Studie: 2020.

 

Am 29.11.2019 und 30.11.2019 fand inzwischen der 4. Kurs „Arthroskopische Frakturversorgung an Schulter, Ellenbogen und Knie“  des Trauma Komitees in Bochum statt. Das Ziel des Kurses war es, die inzwischen weit fortgeschrittenen Möglichkeiten der arthroskopischen Frakturversorgung in Theorie und Praxis zu demonstrieren. Hierfür wurden vormittags ausgewählte Operationstechniken in Videovorträgen vorgestellt und konnten nachmittags durch praktische Übungen am frakturierten fresh-frozen durch die Teilnehmer unter Anleitung geübt werden.  Der Kurs war ausgebucht und von durchwegs positiver Resonanz durch die Teilnehmer gekennzeichnet. Auch 2020 soll der Kurs stattfinden.

Dr. med. Tobias Gensior
Klinik für Arthroskopische Chirurgie, Sporttraumatologie und Sportmedizin
BG Klinikum Duisburg