AGA-Trauma-Komitee – Aktivitätsbericht 2018

AGA-Trauma-Komitee –Aktivitätsbericht 2018

Datum: 07.10.2018

Das AGA Trauma Komitee blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2018 zurück.

Vom 30.11.2017 – 01.12.2017 fand der 2. Kurs „Arthroskopische Frakturversorgung an Schulter, Ellenbogen und Knie“  des Trauma Komitees erstmals in Bochum statt. Das Ziel des Kurses war es, die inzwischen weit fortgeschrittenen Möglichkeiten der arthroskopischen Frakturversorgung in Theorie und Praxis zu demonstrieren. Hierfür wurden vormittags ausgewählte Techniken in wissenschaftlichen Vorträgen vorgestellt und konnten nachmittags durch praktische Übungen am frakturierten fresh-frozen Präparat durch die Teilnehmer unter Anleitung geübt werden. Zahlreiche Instruktoren und maximal 3 Teilnehmer pro Arbeitsplatz sorgten für optimale Bedingungen.

Ergänzt wurde der Kurs durch Live-Demonstrationen operativer Zugangswege am Knie- und Ellenbogengelenk.  Der Kurs war bereits frühzeitig ausgebucht und von durchwegs positiver Resonanz durch die Teilnehmer gekennzeichnet. Nach der Premiere des Kurses im Ruhrgebiet, wird nun auch der 3. Kurs des Trauma Komitees in Bochum am 29./30.11.2018 stattfinden.


An der Jahrestagung der Norddeutschen Orthopäden- und Unfallchirurgenvereinigung (NOUV) vom 21.-23.06.2018 beteiligte sich das AGA Trauma Komitee durch eine Sitzung zu „Möglichkeiten und Grenzen der Arthroskopie in der Traumatologie“. Auf dem diesjährigen AGA Kongress in Linz wurde der für das AGA-Kurskurrikulum und DVSE-Kurrikulum anerkannte Instruktionskurs (IK) mit dem Thema „Die proximale Humerusfraktur“ gestaltet. Beide Sitzungen waren gut besucht und durch spannende Diskussionen gekennzeichnet.

Die Ausgabe 1/2018 der Zeitschrift Arthroskopie mit dem Themenschwerpunkt „Arthroskopisch gestützte Frakturversorgung“ wurde durch das AGA Trauma Komitee gestaltet. Zahlreiche, praxisorientierte Artikel zur arthroskopischen bzw. arthroskopisch-assistierten Frakturversorgung verschiedener Gelenke mit anwenderorientierten Tipps und Tricks wurden hierfür erstellt und publiziert.

Derzeit werden drei Multicenterstudien zu verschiedenen Themen vom AGA Trauma Komitee durchgeführt.

Die Multicenterstudie zum „Ligament Bracing“ bei der Akuttherapie von  Kniegelenksluxationen steht hierbei vor dem Abschluss. Es wurden 73 Patienten mit Kniegelenksluxationen Typ III und IV nach Schenk eingeschlossen. Die Daten sind statistisch ausgewertet und bereits zur Publikation eingereicht. Es handelt sich um die weltweit erste Studie zur augmentierten Primärversorgung dieser komplexen Verletzung. Das Konzept des „Ligament Bracings“ bei Knieluxationen bietet den Vorteil der einzeitigen, operativen Stabilisierung  mit früher Rehabilitation und zeigte exzellente klinische Resultate (IKDC, Lysholm-/Tegner-Score, gehaltene Röntgenaufnahmen).

Die Datenakquise zur retrospektiven Multicenterstudie „Outcome nach postoperativer Infektion operativ behandelter Tibiakopffrakturen“ ist abgeschlossen. Es wurden 2110 Patienten in den sieben rekrutierenden Zentren eingeschlossen (6 GER, 1 SUI). Hierrunter konnten 94 Infektionen identifiziert werden. In der statistischen Analyse der Daten wurden mehrere bisher unbeachtete Risikofaktoren herausgearbeitet. Die Ergebnisse der Studie werden zeitnah bei einem internationalen Journal eingereicht.

Nach den ersten positiven Ethikvoten wurde die Pilotstudie „Arthroskopie zur Repositionskontrolle nach Osteosynthese von Malleolarfrakturen mit Beteiligung der posterolateralen oder -medialen Tibiagelenkfläche“ gestartet. Die ersten Patienten wurden bereits eingeschlossen. Intraartikuläre Begleitpathologien dieser höhergradigen Malleolarfrakturen zeigten sich bisher in allen Fällen.


Weitere Studien zum Thema Glenoidfrakturen, komplexen ligamentären Knieverletzungen und proximalen Humerusfrakturen werden vorbereitet.


Tobias Gensior

Dr. med. Tobias Gensior
Klinik für Arthroskopische Chirurgie, Sporttraumatologie und Sportmedizin
BG Klinikum Duisburg